Späte Ideen

Im Jahr 2000 habe ich begonnen, mich mit der digitalen Welt zu beschäftigen. In den ersten Jahren habe ich viel konstruktiv gearbeitet oder mich der Bildbearbeitung zugewandt. Es ist  z. B. die Walhalla-Serie entstanden, eine Mischung zwischen Fotografie und digitaler Technik  oder die Serie "Abtauchen ins Grün". Hier habe ich mit den Abstufungen des Grün befasst, die praktisch nicht zu malen sind.                                                                                     

Architektur und Teil des Ruhmestempels sind gleichermaßen. In der Walhalla-Serie habe ich Architekturteile, klassische Skulpturen und die Donaulandschaft miteinander verbunden. Mich faszinierten die klassischen, genauer klassizistischen Skulpturen, und die Skulpturen, die Teil der Arch


Mich interessieren Tonabstufungen, die mit der Malerei nur unter sehr großem Aufwand zu erreichen sind, ebenso die räumliche Wirkung der entworfenen Gegenstände . Es sind lauter Faktoren, die konventionell kaum zu erreichen sind.



Dann habe ich mich minimalistischen Elementen zugewandt und habe mit grünen Streifen in Feinabstufung gearbeitet. Die Verbiegungen und Verzerrungen mit Hell-Dunkel kombiniert interessierten mich.

Nach vielen Versuchs-Arbeiten, die sich über Jahre hinzogen, arbeitete ich mit diesen parallelen Grundformen. Dabei entbrennt zwangsläufig der Kampf zwischen Natur-Freaks die die handgemachte Seite bevorzugen und der Technik-Freaks. die ausloten wollen, was die Pixel hergeben. Die Pixel geben weit mehr her, als auf konventionelle Weise zu erreichen ist.


2014 musste ich nach einem schweren Autounfall acht Monate liegen, weil Sitzen unmöglich war. Als ich wieder Sitzen, aber nicht Laufen konnte, war die einzig mögliche Tätigkeit für mich am Rechner zu spielen und zu experimentieren. Ich habe vor mich hin gezeichnet und gemalt und erprobte wiederum die unendlichen Möglichkeiten, die der Rechner erlaubte. Inzwischen war auch die Menschen-Darstellung nicht mehr in der Kunstszene tabuisiert. Ich schwanke hin und her zwischen Linie und Fläche. Mal wird das Ganze plastisch mal flach. Trotzdem es geht immer weiter da Experiment mit der Linie. Wie kann ich einen Umriss gestalten, was für Möglichkeiten gibt es.

Außerdem gibt es die Interaktion mit den Gestalten, die ich entwerfe, meistens zwischen schön und hässlich, besser und  schlechter. Nie ist die Sache eindeutig. Nie sind die Linien gleich sondern immer verschieden, mal dick, mal dünn. Diverse Strukturen fast realistisch bis abstrakt durchzieht da Gewebe der Linien oder Farbflächen.


Meine Bilder existieren in unzähligen Variationen, weil ich immer das Maximum suche, dann aber unsicher bin, es gefunden zu haben. Immer schwanke ich zwischen dem Hell-Dunkel oder der Farbe. Darüber hinaus liebe ich den Dialog mit der Unzahl von anderen Geschöpfen, die der gleichen Variationsbreite unterliegen, wie die Tier in der Natur. Zwischen diesen und den Menschen sehe ich kaum Unterschiede. Die Verhaltensforschung gibt mir Recht.


Der Übergang zwischen Mensch und anderen Lebewesen ist in meinen Arbeiten immer fließend. Dann habe ich mehr abstrakte Intensionen, wobei das Spiel mit Liniengebilden und Farbvariationen vorherrschend wird. Es tun sich Farbwelten auf, die in der vorgestellten Tiefsee angesiedelt sein könnten. Dazwischen sind dann  wiederum  menschliche Kämpfe.


Zwischen Jugendstil und Gegenwart, die versponnenen Arbeiten lassen sich quasi beliebig fortsetzen. Zitate aus der Vergangenheit und eine Gegenwart, die es so im öffentlichen Leben nicht gibt. Die Privatheit der Szenen ist sichtbar. Wieder sind Tiere und Menschen in Aktion. Die Räume, in denen sich die Momente abspielen sind künstlich erzeugt. Ich verwende bei diesen Arbeiten niemals Fotos. Fotos habe einen anderen Aufbau, der nicht für mich verwendbar ist.


Wir werden mit Bildern überschwemmt.

Da bleibt nichts anderes übrig als die Reduktion auf Zeichen, dass die Betrachterin oder der Betrachter überhaupt noch etwas wahrnimmt.


Kontakt

Johanna Obermüller 

Pentling bei Regensburg

Tel +49 941 91222

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