Radierungen 1966-1995

Nach der Kunsthochschule begann ich nach neuen Themen Ausschau zu halten. Es war die Zeit, als die Druckgrafik in allen Formen wieder en Vogue wurde. Mich interessierte damals die Radierung besonders. Ich musste mir die  Technik und die künstlerischen Möglichkeiten selbst beibringen. Ich begann mit billigen Zinkplatten, wechselte dann auf Kupfer für viele Jahre und schließlich lernte ich in den USA den Druck mit Floatglas. Bei Floatglas lässt sich der Tiefdruck mit dem Hochdruck kombinieren

Frühe Radierungen

In der frühen Phase meiner Radierungen, beschränkte ich mich auf die Zeichnung als Ätzung oder als Kaltnadel auf Aluminium. Kaltnadel sagt, dass die Zeichnung durch Ritzung und den aufgeworfenen Rand des Metalls entsteht. Die Themen, die ich zeichnete waren meistens kritisch gegenüber den Verhaltensweisen meiner Artgenossen:

 

Thron ohne Herrscher; Maus will aus dem Loch: Arschkriecher: Tortenfresserin:  Zerhacktes Idol: Selbstbildnis

Thron ohne Herrscher:  Maus im Loch:  Arsch-Kriecher

White old man; Tortenfresserin; Variationen zu Leonardo

Selbstbildnis


Farbige Radierungen

 

 

 

 

Ich begann mit dem Mehrfarbendruck. D:h. für jede Farbe brauchte ich eine eigene Platte. Die Farben am Bild entstanden durch die Überlagerung der Farben. Jede Platte musste eintamponiert und anschließend an der Oberfläche poliert werden ohne, dass die Farbe aus den Vertiefungen herausgezogen wurde.

 

 

 

Tanzbär; Fund aus der Säure; Verdeckt

Das Weltbild des Seehundes; Künstlicher Paradiesgarten


Um 1980 habe ich die Serie über die historischen Monumente von Sri Lanka als Mehrfarbendrucke gemacht. Es handelt sich um Zeugnisse aus der buddhistischen Vergangenheit der Insel, die ungefähr 2000 Jahre alt sind. Die alten Texte, die ich in die Aquatinta-Radierungen eingebaut habe, sind in singhalesisch und englisch geschrieben.

 

 

 

Füße  Buddhas; Stupa im Erdkreis; Wasser-Becken; Stelen


Die Flächen-Ätzung nimmt immer breiteren Raum ein. Die Zeichnung wird weniger und das Abbildliche verschwindet zunehmend, ungegenständliche Formen nehmen zu. Die Dynamik der Form tritt in den Mittelpunkt.

 

 

 

 

Thron; Blau gegen Rot; Zick-Zack

Reiter am Hund;  Etwas seltsames Gesicht


Floatglas ist ein sehr bemerkenswertes Material und geeignet für Tiefdruck (Radierung) und für Hochdruck. Die Farbe verändert sich auf dem Glas-Untergrund nicht, während sie sich auf  Metall in der Regel etwas durch Oxidation ändert. Bei Floatglas fällt das Ätzverfahren weg. Die Glasplatte muss mit Holzleim abgedeckt werden. Nur die blanken Stellen lassen sich hinterher mit Sandstrahl vertiefen. wenn die Platte hinterher vom Leim gereinigt ist, kann man sie für den Tiefdruck verwenden, wobei das Polieren sehr viel leichter geht und anschließend mit der Farbwalze überrollen, so dass man gleichzeitig Tiefen und Höhen abdrucken kann.


Lithographien auf Glas

Das sind die letzten  Aquatinta-Radierungen auf Kupfer mit  gelboxidierter Farbe.  Auf Kupfer oxidieren die Farben. Als Vorläufer der Cutouts habe ich mit ausgeschnittenen Figuren angefangen und im Reliefdruck  auf der Tiefdruckpresse abgezogen.


Aquatinta auf Kupfer und Prägedruck

Kontakt

Johanna Obermüller 

Pentling bei Regensburg

Tel +49 941 91222

mail(at)johannaobermueller.de