Lineare Frauen-Serie

Vier Damen

 Ich habe dieses Thema in 4 weiblichen Gestalten auf dem Bild ironisch behandelt. Die Leinwand bleibt im Rohzustand stehen. 

 

Zwei Ideologien treffen aufeinander. Bei uns müssen Frauen immer jung und attraktiv sein. Die Betonung der Körperformen ist das Ziel. Das kann gut sein oder weniger gut. Frauen als Sexsymbole sind Blickfänger auf Zeitungen. Ältere Frauen verschwinden von der Bildfläche. Sie werden kaum mehr in den Medien dargestellt. Ausnahmen: Merkl und von der Leyen.

Im Islam soll sich die Frau nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Bei den ersten Wahlen in Ägypten 2012 traten Frauen als Kandidatinnen auf und erschienen wahlweise mit den Foto ihres Ehemanns oder als Blume auf dem Wahlplakat. Das Gesicht der Frauen war unerwünscht.

Mich stört, dass bei uns alle Verhüllungen pauschal verdammt werden. dabei können Verhüllungen super schick aussehen und sehr nützlich sein. Die Katholische Kirche ist ja diesbezüglich ein Vorbild. Welch ein Genuss nicht immer mit der gesamten Anatomie des Gegenüber auf der Straße konfrontiert zu sein. Bei uns herrscht öfters geradezu ein Striptease-Zwang. Schlimm ist es, wenn die Verhüllung zum Dogma wird. Muslimischer Geschmack täte uns manchmal gut. Männer sind natürlich im Islam und hier von solchen Vorgaben ausgenommen.

 

 

Zuschlag, Studentin am Tahir-Platz im Arabischen Frühling 2012,            

Frauensymbole, 2013. Acryl,                                                                                                                                       135 x 180 cm

Auf diesem Bild habe ich in sehr abstrahierter Form Symbole für Frauen dargestellt. Es gibt in der ganzen Welt Zeichen und Symbole für Frauen, weil überall die Frauen nach dem Maß und den Vorstellungen der Männer zurecht gebogen, gebrochen und geschnitten werden sollen und sollten. Die Mütter haben natürlich eifrig darauf geachtet, dass die Riten und Vorgaben eingehalten wurden. Das beginnt bei der Genital-Verstümmelung von Mädchen oder den verkrüppelten Füßen der Chinesinnen und endet beim Ausschluss von Bildung in Islamischen Ländern oder auch bei uns Vorschriften über Vorschriften für gutes Benehmen vor gar nicht langer Zeit. Gegenwärtig aktuell in der ganzen Welt ist die Brustvergrößerung und Verkleinerung. Die Frau in der Mitte des Bildes ist ein nicht fassbare Gestalt, nicht fixiert und ohne klaren Umriss. Diese Gestalt bedeutet einerseits Freiheit und die Möglichkeit, sich in alle Richtungen zu entwickeln oder in irgendeine vorgegebene Form gepresst zu werden, wie es die Geschichte in vielfältiger Weise bestätigt.

 

Bei diesem Bild habe ich die Leinwand teilweise im Rohzustand stehen lassen.

Überfall der miesen Art

Aus dem Ei heraus, 2011, Acryl auf Leinwand

Die Figur ist aus dem breiten Strich entwickelt, kauernd, meist nicht gerade stehend.

Wilde Dame, 2013

Die Dame, die aus dem Vorhang schaut. Übermalte Gardine,

2013, 100 x 100 cm

Tennisspielerin

Mal verhüllt, mal unverhüllt, eben immer das, was das Patriarchat sich wünscht.